Schnelle Erfolge bei der Barrierefreiheit, die auch Ihr SEO verbessern
Kurz gesagt: Die meisten Barrierefreiheitskorrekturen sind SEO-Korrekturen unter einem anderen Namen. Alt-Text bedient einen Screenreader und die Bildersuche zugleich. Die Überschriftenhierarchie bedient einen Screenreader und einen Crawler zugleich. Beschreibende Links, Landmarken, Untertitel, Kontrast und klare Beschriftungen erfüllen alle eine doppelte Funktion. Wird die Seite für die Person optimiert, die sie am dringendsten braucht, liest jeder andere Leser, ob Mensch oder Maschine, sie ebenfalls besser.
Die meisten Teams behandeln Barrierefreiheit und SEO als zwei getrennte Checklisten, verantwortet von zwei unterschiedlichen Personen. Bei genauerem Hinsehen sind die Korrekturen auf beiden Listen meist ein und dieselbe Korrektur, nur unter zwei verschiedenen Namen geführt.
Dieselbe Liste, zweimal gelesen
Die WebAIM Million, eine jährliche Untersuchung der einer Million meistbesuchten Startseiten, stellte fest, dass 95,9 Prozent mindestens einen erkannten WCAG-Verstoß aufwiesen, mit durchschnittlich 56,1 Fehlern pro Seite (WebAIM, zur erneuten Prüfung). Die sechs häufigsten Mängel: Text mit zu geringem Kontrast (83,9 Prozent), fehlender Alt-Text (53,1 Prozent), fehlende Formularbeschriftungen (51 Prozent), leere Links (46,3 Prozent), leere Schaltflächen (30,6 Prozent) und fehlende Dokumentsprache (13,5 Prozent) (WebAIM, zur erneuten Prüfung). Jeder einzelne Punkt ist zugleich ein Sichtbarkeitsproblem: Text, den ein Crawler nicht verarbeiten kann, ein Bild ohne Beschreibung, ein Link, der ins Leere führt.
95.9%
der Startseiten fallen bei einer WCAG-Prüfung durch
56.1
Barrierefreiheitsfehler pro Seite, im Durchschnitt
83.9%
weisen Text auf, der den Kontrasttest nicht besteht
Die folgenden sieben Korrekturen finden sich auf beiden Listen wieder: Der Gewinn an Barrierefreiheit und der Gewinn an Sichtbarkeit stehen dabei jeweils Seite an Seite benannt.
Hilft Alt-Text sowohl der SEO als auch der Barrierefreiheit?
Ja, für die Bildersuche. Ein Screenreader liest Alt-Text vor, wenn er ein Bild nicht darstellen kann. Googles Dokumentation zur Bilder-SEO bestätigt, dass Alt-Text ein zentrales Signal ist, mit dem Google ein Bild in Google Images einstuft (Google), dennoch fehlt er weiterhin auf 53,1 Prozent der Startseiten (WebAIM, zur erneuten Prüfung). Alt-Text klar formulieren: was das Bild zeigt, im Kontext.
Warum ist die Überschriftenhierarchie sowohl für Screenreader als auch für Crawler wichtig?
Beide erfassen eine Seite zunächst über ihre Gliederung, erst danach über ihre Sätze. Googles Leitfaden für SEO-Einsteiger empfiehlt ein h1 pro Seite, mit h2 und h3 in Reihenfolge, ohne Auslassungen (Google). Screenreader-Nutzer verlassen sich noch stärker auf diese Gliederung: 71,6 Prozent navigieren auf langen Seiten über Überschriften, weit vor jeder anderen Methode (WebAIM, zur erneuten Prüfung).
Was macht Linktext beschreibend, und warum zählt das doppelt?
Ein Link mit dem Text „mehr erfahren“ oder „hier klicken“ sagt einem Screenreader ohne Kontext nichts und einem Crawler kaum mehr. Mehrdeutiger Linktext zählt in WebAIMs Umfrage unter Screenreader-Nutzern zu den größten Frustquellen, bei der nur 4,8 Prozent überhaupt direkt über Links navigieren (WebAIM, zur erneuten Prüfung). Linktext verwenden, der das Ziel benennt: „den Preisleitfaden lesen“ statt „hier klicken“.
Was sind semantische Landmarken, und helfen sie Ihnen dabei, gefunden zu werden?
Landmarken kennzeichnen die strukturellen Bereiche einer Seite (Kopfbereich, Navigation, Hauptinhalt, Fußbereich) mit echten HTML-Elementen statt generischen Divs. Ein Screenreader springt direkt zu „main“ und überspringt wiederkehrende Navigation, und ein Crawler erhält ein eindeutiges Signal dafür, was zum Standardgerüst zählt und was indexierungswürdiger Inhalt ist. Die Nutzung von Landmarken ist unter Screenreader-Nutzern zurückgegangen (WebAIM, zur erneuten Prüfung). Überschriften sollten daher Priorität haben, Landmarken gelten als kostengünstige Ergänzung.
Bringen Untertitel und Transkripte wirklich etwas für die Sichtbarkeit?
Suchmaschinen lesen Text, nicht Video oder Audio. Eine Untertiteldatei oder ein Transkript ist deshalb oft der einzige Teil eines Videos, den ein Crawler indexieren kann, und genau dieser Text ist es, was eine gehörlose oder schwerhörige Person braucht. Eine von Accessibility.com zitierte Studie fand, dass untertitelte Videos etwa 7,32 Prozent mehr Engagement erzielten (Accessibility.com, zur erneuten Prüfung). Das Transkript direkt auf der Seite selbst veröffentlichen, nicht als verlinkte Datei, und beide Anliegen sind auf einmal erfüllt.
Warum ist Farbkontrast ein Sichtbarkeitsthema und nicht nur ein Designthema?
Text mit zu geringem Kontrast ist der mit Abstand häufigste Barrierefreiheitsmangel im Web, vorhanden auf 83,9 Prozent der Startseiten, Tendenz steigend (WebAIM, zur erneuten Prüfung). WCAG 2.2 setzt die AA-Schwelle bei 4,5 zu 1 für normalen Text an, ein Schwellenwert, der gewählt wurde, um den für eine Person in den Achtzigern typischen Sehverlust auszugleichen (W3C). Diese Schwelle hilft Menschen mit Sehschwäche, und ebenso jedem, der bei Sonnenlicht auf einen ausgewaschenen Handybildschirm blickt.
Warum sind klare Beschriftungen sowohl für Barrierefreiheit als auch fürs Gefundenwerden wichtig?
Ein Formularfeld ohne sichtbare Beschriftung oder eine Schaltfläche mit nur einem Icon zwingt einen Screenreader zum Raten oder Verstummen und gibt einem Crawler nichts, das er mit dieser Interaktion verknüpfen kann. Fehlende Formularbeschriftungen finden sich auf 51 Prozent der Startseiten, leere Schaltflächen auf 30,6 Prozent (WebAIM, zur erneuten Prüfung). Eine sichtbare Beschriftung in klarer Sprache nimmt allen das Rätselraten ab.
Die Paarung, Seite an Seite
| Korrektur | Vorteil für die Barrierefreiheit | Vorteil für die Sichtbarkeit |
|---|---|---|
| Beschreibender Alt-Text | Screenreader erfasst die Bedeutung des Bildes | Google Images kann das Bild indexieren und einstufen |
| Geordnete Überschriftenhierarchie | Screenreader-Nutzer springen direkt zum richtigen Abschnitt | Crawler und Antwortmaschinen erfassen die Seitengliederung |
| Beschreibender Linktext | Link ergibt auch isoliert, ohne Kontext, einen Sinn | Crawler erhalten ein echtes Signal zum Thema der verlinkten Seite |
| Semantische Landmarken | Assistive Technologien überspringen wiederkehrende Navigation, erreichen Inhalte schneller | Markup trennt Standardgerüst von indexierungswürdigem Inhalt |
| Untertitel und Transkripte | Gehörlose, schwerhörige und in ruhiger Umgebung sitzende Zuschauer können mitverfolgen | Crawler erhalten indexierbaren Text, den ein Video allein nie liefert |
| Ausreichender Farbkontrast | Menschen mit Sehschwäche und Leser bei hellem Licht können den Text tatsächlich lesen | Lesbare Seiten halten die Aufmerksamkeit, was Suchmaschinen als Qualität werten |
| Klare, sichtbare Beschriftungen | Screenreader kündigen an, was ein Feld oder eine Schaltfläche bewirkt | Crawler verknüpfen jedes interaktive Element mit einer Bedeutung |
Womit diese Woche anfangen
Die Reihenfolge, die sich am schnellsten auszahlt:
- Die Website scannen und zunächst jeden fehlenden Alt-Text sowie jeden leeren Link beheben: die günstigsten Korrekturen mit der größten Reichweite.
- Die Seitengliederung laut vorlesen, nur die Überschriften. Ergibt sie als Gliederung keinen Sinn, hat auch ein Crawler damit Schwierigkeiten.
- Nach „hier klicken“ und „mehr erfahren“ suchen und beides so umschreiben, dass es das Ziel benennt.
- Den Kontrast gegen die Schwelle von 4,5 zu 1 prüfen, nicht nach Augenmaß.
- Unter jedem Video ein sichtbares Transkript ergänzen, nicht nur eine Untertitelspur.
- Jedes Feld und jede Schaltfläche mit nur einem Icon in klarer Sprache beschriften.
Nichts davon ist ein Trick zulasten einer Suchmaschine. Es ist dieselbe Klarheit, von der ein Mensch profitiert, gleichmäßig angewendet, sodass auch eine Maschine sie liest.
Häufig gestellte Fragen
Nicht als direkter Rankingfaktor, aber die zugrunde liegenden Korrekturen (Alt-Text, Überschriften, Linktext, Kontrast, Labels) überschneiden sich stark mit dem, was Crawler und Answer Engines brauchen, um eine Seite zu erfassen und ihr zu vertrauen. Die Überschneidung ist mechanisch, keine Magie.
Für die Google-Bildersuche ja: ein primäres Signal, das Google zum Ranking von Bildern nutzt. Für die allgemeine Websuche funktioniert er eher wie gewöhnlicher Seitentext, hilft einem Crawler aber trotzdem, die Seite zu verstehen.
Die WebAIM Million stellte fest, dass 95,9 Prozent der eine Million wichtigsten Startseiten mindestens einen erkannten WCAG-Verstoß aufwiesen, im Schnitt 56,1 Fehler pro Seite. Das häufigste Einzelproblem, kontrastarmer Text, trat bei 83,9 Prozent auf.
Ja. In WebAIMs Screen Reader User Survey gaben 71,6 Prozent der Befragten an, dass die Navigation über Überschriften ihre wichtigste Methode ist, um auf einer langen Seite Informationen zu finden, deutlich vor jeder anderen Methode.
WCAG 2.2 Stufe AA verlangt mindestens 4,5 zu 1 für normalen Text und 3 zu 1 für großen Text. Stufe AAA legt die Messlatte noch höher, aber AA ist die Schwelle, auf die sich die meisten Gesetze und Standards berufen.
Es lohnt sich, aber mit geringerer Priorität. Die Nutzung von Landmarks unter Screenreader-Nutzern ist zurückgegangen, weshalb eine saubere Überschriftengliederung den Aufwand eher rechtfertigt. Landmarks lassen sich trotzdem mit wenig Aufwand ergänzen.
Die Untertiteldatei selbst ist Text, den eine Suchmaschine indexieren kann, sie hilft also unabhängig davon, ob eine Besucherin ein Transkript öffnet. Ein sichtbares Transkript liefert noch mehr indexierbaren Text für alle, die lieber überfliegen.
Größtenteils nur für diese sieben. Viel Arbeit an der Barrierefreiheit (Tastaturzugang, Fokusreihenfolge, Bewegungspräferenzen) ist für reale Nutzer enorm wichtig, ohne sich in einer Sichtbarkeitskennzahl niederzuschlagen. Barrierefreiheit ist ein Ziel für sich, Sichtbarkeit ist, was daraus folgt.